Erfolgreiche Zucht beginnt nicht mit dem Zusammensetzen der Paare, sondern mit einer klaren und durchdachten Vorbereitung. Wer leistungsfähige, vitale Jungtauben ziehen möchte, muss frühzeitig die Grundlagen schaffen. Zucht ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Planung und konsequenter Umsetzung.
Gesunde Tauben sind die Voraussetzung
An erster Stelle steht immer die Gesundheit der Zuchttauben. Nur mit gesunden, belastbaren Tieren macht Zucht Sinn. Rechtzeitig vor dem Anpaaren sollten alle Tauben vollständig, mindestens gegen PMV, geimpft sein. Ebenso empfehlenswert ist eine gründliche Untersuchung durch einen fachkundigen Tierarzt. Versteckte Infektionen, Parasiten oder Atemwegsprobleme kosten Energie und schwächen die Tauben genau in der Phase, in der sie Höchstleistungen erbringen müssen. Zucht bedeutet Verantwortung. Nur gesunde Tauben können Vitalität, Widerstandskraft und Leistungsbereitschaft an die nächste Generation weitergeben.
Winterzucht und Lichtführung
Gerade bei einer Winterzucht spielt das Licht eine entscheidende Rolle. Kurze Tage signalisieren dem Organismus Ruhe, lange Tage hingegen Aktivität und Fortpflanzungsbereitschaft. Deshalb sollte der Tag bereits vor dem Anpaaren künstlich verlängert werden. Bewährt hat sich eine gleichmäßige Belichtung, zum Beispiel von 6:00 bis 20:00 Uhr. Wichtig ist, dass diese Lichtführung nicht erst nach dem Zusammensetzen der Paare beginnt, sondern idealerweise etwa 14 Tage vorher. So kommen die Tauben langsam in Form, der Stoffwechsel wird aktiviert und der Bruttrieb harmonisch angeregt. Zusätzlich kann diese Phase sinnvoll mit Vitaminen unterstützt werden. Sie helfen dem Organismus, sich auf die kommende Belastung einzustellen und fördern Kondition, Fruchtbarkeit und allgemeine Vitalität.
Neben Licht und Gesundheit sind Ruhe und Regelmäßigkeit entscheidend. Ein fester Tagesablauf, saubere Schläge und ein stressfreies Umfeld unterstützen die Tauben dabei, sich voll auf die Zucht zu konzentrieren. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, sollten die Paare zusammengesetzt werden.
Fütterung als zentrales Element der Zucht
Während der Zucht steigen die Anforderungen an den Stoffwechsel deutlich. Der Bedarf an Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist erheblich höher als im normalen Jahresverlauf. Die Tauben müssen Eier bilden, diese bebrüten und später ihre Jungen zuverlässig versorgen.
Hochwertige Zuchtmischungen von Mifuma, wie beispielsweise die neue Zuchtmischung Zucht Pro, liefern hierfür eine stabile Grundlage und begleiten die Tauben durch alle Phasen der Zucht, ohne den Stoffwechsel unnötig zu belasten. Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der enthaltenen Nährstoffe.
Eiweiß und die Bildung der Kropfmilch
Eiweiß ist einer der wichtigsten Bausteine in der Zucht. Es wird für die Entwicklung des Embryos benötigt und spielt eine zentrale Rolle bei der Bildung der Kropfmilch. Diese erste Nahrung entscheidet maßgeblich über den Start ins Leben der Jungtauben.
Fehlt hochwertiges Eiweiß, leidet die Qualität der Kropfmilch. Jungtauben wachsen ungleichmäßig, wirken schwächer und sind anfälliger. Moderne Zuchtkonzepte setzen deshalb bewusst auf besonders gut verfügbares Eiweiß.
Ein fester Bestandteil dabei ist Insektenprotein, das Mifuma in Form der Vollkraft Perle einsetzt. Diese ist unter anderem in Zucht + Mauser Sonderklasse sowie Zucht + Mauser Premium enthalten und liefert leicht verdauliches, hochwertiges Protein. Gerade in der sensiblen Zuchtphase profitieren Alt- und Jungtauben gleichermaßen davon.
Brutverlauf
Nach dem Legen beginnt die eigentliche Brutphase. Die Brutdauer beträgt in der Regel 17 Tage, gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem die Täubin das zweite Ei gelegt hat. Bereits nach 4 bis 5 Tagen lässt sich bei einer vorsichtigen Kontrolle erkennen, ob das Ei befruchtet ist. Das Embryo wird sichtbar, feine Blutgefäße durchziehen das Ei. Ein kleiner Moment, der viel über den weiteren Zuchterfolg aussagt.
Während der Brut sind Ruhe, gleichmäßige Fütterung und eine gute Mineralstoffversorgung besonders wichtig.
Grit, Magensteinchen und Calcium
Neben dem Hauptfutter dürfen Grit und Magensteinchen niemals fehlen. Sie sind für die Verdauung unverzichtbar und sorgen dafür, dass das Futter optimal verwertet wird. Eine sehr gute Mineralstoffversorgung bietet Oremin. Im Idealfall sollte es den Tauben täglich frisch angeboten werden. Es wird von den Tauben sehr gut aufgenommen.
Ebenso entscheidend ist Calcium. Es wird für die Bildung stabiler Eierschalen benötigt. Eine unzureichende Versorgung führt zu dünnen oder brüchigen Schalen und belastet die Täubin zusätzlich. Eine kontinuierliche Calciumversorgung ist daher während der gesamten Zucht Pflicht.
Nach dem Schlupf beginnt eine besonders sensible Phase. Die Jungtauben werden zunächst mit Kropfmilch versorgt, später mit vorverdautem Körnerfutter. Bei guter Vorbereitung zeigen die Jungen volle Kröpfe, ruhiges Verhalten und gleichmäßiges Wachstum. In der Regel werden die Jungtauben nach 5 bis 6 Tagen beringt. Zu diesem Zeitpunkt sind sie kräftig genug.
Die Hoffnung auf das Ass
Am Ende jeder Zucht steht ein Gedanke, der alle Brieftaubenzüchter verbindet. Die Hoffnung, dass unter den Jungtauben ein ganz besonderes Tier heranwächst. Ein späteres Ass, ein Leistungsträger oder ein zukünftiger Stammvogel.
Diese Hoffnung entsteht nicht durch Zufall. Sie ist das Ergebnis vitaler Elterntiere, durchdachter Vorbereitung, angepasster Lichtführung, hochwertiger Fütterung und konsequenter Betreuung. Wer diese Bausteine richtig zusammensetzt, gibt seinen Jungtauben den bestmöglichen Start ins Leben.
Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie genau dieses Ass züchten.
Robert Maaß