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Profi-Tipps für den Zuchtbeginn

Mifuma Geflügelexperte Georg Welker

Mifuma Geflügelexperte Georg Welker

Unser Geflügel-Experte Georg Welker kümmert sich nicht nur um die Zusammenstellung unserer Geflügelfutter-Programms, sondern ist selbst seit mehr als 30 Jahren leidenschaftlicher Züchter verschiedener Geflügelrassen wie z.B. Mechelner und Brabanter Bauernhühner, aber auch Wachteln und Laufenten gab es schon in seinem Hühnerstall. Im Folgenden gibt er Ratschläge, wie es mit der Zucht von Rassegeflügel besonders gut klappt und auf was bei der Futterauswahl geachtet werden muss.

 

Die Ausstellungen sind vorüber und der Züchter hat seine Tiere bzw. Stämme, die er zur Weiterzucht einsetzen will, ausgewählt. Bei der Anzahl der Hennen zum Hahn, muss unbedingt auf die Erfahrung mit der jeweiligen Rasse geachtet werden. Bei Zwerghühnern kann dies bis zu 1,10 sein (1 Hahn + 10 Hennen), bei schweren Rassen 1,3 (1 Hahn + 3 Hennen) oder gar bei Kämpfern teilweise nur 1,1 (1 Hahn + 1 Henne). Die Zuchttiere werden zusammengesetzt und man sollte beobachten, ob sie harmonieren und auch ob der Hahn seine Pflicht erfüllt.

Gerade wenn ein Junghahn zu älteren Hennen kommt, kann dies nicht so einfach sein und die ein oder andere Henne wird ein dominantes Verhalten zeigen und sich nicht von ihm treten lassen. Hier hat es sich schon bewährt, die Henne einzeln zu setzen und den Hahn nur z.B. in den frühen Morgenstunden zu dieser Henne zu sperren. Bei frisch zusammengestellten Gruppen kommt es zunächst zu Rangordnungskämpfen unter den Hennen, wobei diese meist unblutig und nach ein paar Tagen zu Ende sind.

Ein besonderes Augenmerk ist nun auch auf die richtige Fütterung und das Futter zu legen. Vor den Ausstellungen wurden die Tiere evtl. noch sehr reichhaltig und energiereich gefüttert, um zusätzliches Gewicht oder mehr Glanz im Gefieder zu erreichen. Diese Fütterung kann natürlich bei den ausgewählten Zuchttieren zu viel Fettansatz gebracht haben.

Nun ist es wichtig die Tiere in die Zuchtkondition zu bringen. Wenn Hennen zu viel auf den Rippen haben oder gar verfettet sind, hat dies eine schlechte Legeleistung zur Folge. Auch zu schwere und zu fette Hähne können unter Umständen ihre Pflicht nicht erfüllen. Nicht umsonst gibt es die Redensart: „Ein guter Hahn wird selten fett!“

Diese Tiere müssen erst konditioniert werden. Hier hat sich eine Fütterung von eiweißreichem Futter bewährt (z.B. Mifuma Legemehl/Korn Premium und Fischprotein Plus). Auch eiweißreiche Milchprodukte aus dem Lebensmittelbereich, wie Quark, Joghurt, Dickmilch, usw. werden hier gerne eingesetzt, um bei den Hennen das Legen anzuregen. Setzt dann die Legetätigkeit ein, sollte auf ein sogenanntes Elterntierfutter oder auch Bruteifutter umgestellt werden (z.B. Mifuma Zucht Premium Mehl oder Korn, Frucht- und Gemüsekorn Premium).  Diese Futtersorten enthalten zusätzlich zu den üblichen Legefuttern eine erhöhte Vitaminierung und auch -teils nicht deklarierte- Zusatzstoffe wie zum Beispiel Linol- und Linolensäuren, also essentielle Fettsäuren, welche die Befruchtungs- und Schlupfrate der Eier wesentlich verbessern. Hier darf nicht gespart werden! Diese Futter sind meist als Alleinfutter konzipiert und sollten keinesfalls mit Körnerfutter gestreckt werden.

Was genau unterscheidet ein solches Zuchttierfutter von einem normalen Alleinfutter? Als Beispiel möchte ich Vitamin A nennen: Zur reinen Reproduktion ist ein Gehalt von 6.000 I.E. ausreichend. In einem guten Zuchttierfutter sind es 18.000 I.E. - also die dreifache Menge! Weiteres Beispiel Linolsäure: Die Schlupffähigkeit ohne Linolsäure liegt bei 0 %. Bei zugesetzter Linolsäure von 20 mg kommt die Schlupffähigkeit der Küken auf 89 %.

Diese Futter sollte man ca. 4 – 6 Wochen vor dem Bruteisammeln füttern, so dass sich der Organismus der Tiere darauf einstellen kann. Wichtig ist selbstverständlich auch der Gesundheitszustand der Zuchttiere. Nur gesunde, vitale Tiere kommen in den Zuchtstamm.

Weiterhin muss bei der Haltung des Stammes beachtet werden, dass die Zuchttiere keinesfalls bei Minusgraden hinaus in die Kälte geschickt werden dürfen. Es ist noch Winter! Auch wenn die ersten Sonnenstrahlen sehr verlockend für die Tiere sind, so ist immer noch mit kalten Bodenwinden zu rechnen. Diese Kälte kann die Fruchtbarkeit der Hennen aber auch des Hahnes stören. Bei dieser Witterung ist für den Zuchtstamm eine Stallhaltung angebracht.

Selbstverständlich ist auch, gerade bei Minustemperaturen, das rechtzeitige Absammeln der Bruteier, so dass diese nicht unterkühlen oder gar einfrieren. Eine Lagerung der Bruteier bei 8 – 12 Grad Celsius mit dem stumpfen Ende nach oben oder seitlich bei täglichem Wenden hat sich bewährt. Ein trockener Stall und frische eingestreute, saubere Legenester sind Voraussetzung für das Sammeln von guten Bruteiern. Leichte Verschmutzungen und angeklebte Einstreureste lassen sich unter fließendem Wasser mit einer alten Zahnbürste sehr gut entfernen ohne dass die Eier Schaden nehmen! Stark beschmutzte Eier sollte man nicht einlegen und auch nicht versuchen zu reinigen, da sonst die Schutzschicht angegriffen wird oder auch die Poren verstopft werden. Auch weisen diese Eier auf eine falsche Fütterung (zu viel Beifütterung von Salat etc.) oder auch auf bakterielle Infektionen hin. Die gesammelten Bruteier werden nun maximal 10 – 12 Tage gelagert. Die Brutmaschine sollte den Probelauf bestanden haben und nochmals mit einem Reinigungs- und Desinfektionsmittel gesäubert worden sein.

Nun steht einer erfolgreichen Brut nichts mehr im Wege!

Gut Zucht!

Georg Welker
Mifuma-Produktmanager Geflügel

Bei Fragen zur Zucht schreiben Sie uns gerne eine Nachricht an info@mifuma.de