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Die richtige Fütterung von Kaninchen

Kaninchenfutter für alle Lebenslagen

Kaninchenfutter für alle Lebenslagen

Das richtige Futter für Ihre Kaninchen ist abhängig von der Lebensphase der Tiere und von Ihrem Fütterungsziel. Ein Jungkaninchen benötigt ein anders Futter als ein ausgewachsenes Tier oder beispielsweise eine trächtige Häsin – so, wie es auch beim Menschen der Fall ist.

Junge Kaninchen bestmöglich versorgen

Die Aufzucht junger Kaninchen kann kniffelig sein. Auch das eigene Haltungssystem spielt hier eine wesentliche Rolle. Wenn Sie nur eine Häsin mit einem Jungtier-Wurf halten, haben Sie eine andere Grundsituation als beispielsweise ein Züchter, der sieben Häsinnen mit jeweils einem Jungtierwurf und vielleicht noch weiteren Alttieren im Stall hat. Je mehr Tiere ich im Stall habe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich hinsichtlich Darmerkrankungen der Tiere Probleme bekommen kann. Und dies fängt eben schon bei den Jungtieren an.

Über den Kot der Muttertiere können Kokzidien auf Jungkaninchen übertragen werden. Auch wenn die Althäsin keinerlei Symptome zeigt, können bei Jungtieren verschiedenste Symptome wie Fressunlust, Gewichtsabnahme oder Durchfall entstehen. Hier ist entscheidend, wie es um die Konstitution der Tiere bestellt ist, ob beispielsweise der Immunstatus gut ist, wie die Beschaffenheit der Darmschleimhaut ist – und auch das sind nur zwei Faktoren. Die Hygiene im Stall spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Wahl der Fütterungsstrategie liegt bei Ihnen: Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Wenn Sie Probleme mit Kozidiosen bei Jung- oder Alttieren im Stall hatten, macht es Sinn, auf ein Futtermittel zu vertrauen, das ein Kokzidiostatikum enthält. In diesem Fall füttert man der Althäsin und den Jungtieren ab dem 17. Lebenstag - denn von diesem Zeitpunkt an gehen die Jungen an den Napf der Althäsin - das Kaninchenfutter mit dem Kokzidiostatikum. Bei Mifuma haben Sie die Wahl zwischen unserem EnteroCare und Forte. EnteroCare ist ein besonders hochwertiges Produkt, das neben dem Kokzidiostatikum ein spezielles Sicherheitskonzept zur Absenkung des pH-Werts im Darm der Kaninchen hat. Beide Futtermittel haben besonders geringe Eiweiß-, Stärke- und Zuckergehalte für eine gute Verträglichkeit. Im Zeitraum der zehnten bis zwölften Lebenswoche fangen Sie langsam an, die Jungkaninchen vom Starterfutter auf das Folgefutter umzustellen.

Expertentipps:
Wenn Sie sich für ein Futter mit Kokzidiostatikum entscheiden, empfehlen wir Ihnen, auch nur dieses in Kombination mit Heu zu füttern. Fangen Sie nicht an, diese Produkte zu verschneiden. Sie verwässern sonst den positiven Effekt des Kokzidiostatikums.

Füttern Sie unsere Spezialstarterfutter nur im empfohlenen Zeitraum. Es gibt in Deutschland zur Zeit zwei zugelassene Kokzidiostatika. Diese setzen wir im Wechsel ein. Füttern Sie die Futter länger als empfohlen, kann es bei den Tieren zu Resistenzbildungen kommen, die es unbedingt zu vermeiden gilt.

Wenn Sie in der Jungtierfütterung auf ein Kokzidiostatikum verzichten möchten, empfehlen wir Ihnen die Fütterung unseres Mifuma Balance. Dieses Futter hat einen besonders hohen Rohfaseranteil und die Pellet-Komponenten wurden besonders grob vermahlen. Ergänzend zu Balance und Heu können Sie den Tieren auch den Mifuma Knabber-Max als Rohfaser-Quelle zur Verfügung stellen. Über die Tränke sollten Sie zum Darmschutz unbedingt noch pH-Optimal KaninFit von Röhnfried einsetzen. Das flüssige Ergänzungsfuttermittel ist eine Kombination verschiedener Säuren, Spurenelementen und Buttersäure. Es fördert die Darmgesundheit Ihrer Kaninchen zusätzlich. Seien Sie vorsichtig bei frischem Gemüse. Zu viele frische Komponenten strapazieren den Darm Ihrer Tiere. Die jungen Kaninchen könnten aufblähen, weil die frischen Komponenten im Darm gären. Das richtige Maß ist hier besonders wichtig.

Jungtiere ab der zehnten bis zwölften Lebenswoche

Unabhängig von der Fütterungsstrategie, die Sie bisher angewendet – ob Sie ein Futter mit oder ohne Kokzidiostatikum gefüttert haben – stellen Sie jetzt die Fütterung auf das Folgefutter um. Abhängig von der Rasse haben Sie verschiedene Futter zur Auswahl. Eine Futterumstellung bei jungen Kaninchen muss immer langsam und somit schonend passieren, am besten über einen Zeitraum von zwei Wochen. Steigern Sie langsam den Anteil des Folgefutters. Starten Sie mi ca. 20 % des Folgefutters in der Mischung und erhöhen Sie den Anteil kontinuierlich.

Kleine Rassen

Zu den kleinen Rassen zählen wir Kaninchen, die ausgewachsen ein Idealgewicht von 2 – 3,5 kg haben und Zwergrassen. Für die kleinen Kaninchenrassen empfehlen sich als Folgefutter unser Mifuma Basis, Balance und das Struktur-Müsli. Stellen Sie den Tieren täglich ca. 35 g pro Kilogramm Körpergewicht zur Verfügung – selbstverständlich in Kombination mit ausreichend Heu und frischem Trinkwasser.

Mittelgroße Rassen

Rassen, die ausgewachsen ein Idealgewicht von 2,5 - 5,5 kg haben, gehören zu den mittelgroßen Rassen. Für diese Kaninchen können Sie unser Mifuma Plus, Balance, Struktur-Müsli und Kräuter als Anschlussfutter verwenden. Je nach Sorte setzen Sie 30 bis 40 g je Kilogramm Körpergewicht des Tieres ein. Die genaue Menge entnehmen Sie der jeweiligen Fütterungsempfehlung. Auch hier gilt es den Tieren eine täglich frische Heu- und Wasserration zur Verfügung zu stellen.

Große Rassen und Langhaarrassen

Für große Rassen, ab einem Idealgewicht von 4,5 kg im ausgewachsenen Zustand, und auch Langhaarrassen eignen sich Mifuma Kombi und Multi. Bevor Sie eines dieser Futter einsetzen, empfehlen wir Ihnen allerdings einen Zwischenschritt: Da Kombi und Multi sehr stärkereiche Futter sind und die Tiere zuvor ein stärkearmes Futter erhalten haben, sollte die Umstellung noch vorsichtiger erfolgen. Stellen Sie die Tiere erst vom Aufzuchtfutter auf Mifuma Plus oder Balance um. Auch hier gilt: Verschneiden Sie das Aufzucht- und das Anschlussfutter langsam über einen Zeitraum von zwei Wochen miteinander. Dann geben Sie über ca. sechs Wochen Plus oder Balance. Anschließend stellen Sie die Tiere auf das Zielfutter Kombi oder Multi um. Lassen Sie den Tieren idealerweise einen Zeitraum von zwei Wochen, um sich an das Futter zu gewöhnen.

Die Schausaison kann kommen

Die Schauvorbereitung beginnen Sie fütterungstechnisch sechs bis acht Wochen vor dem geplanten Schautermin. Die Fellhaarqualität und das Körpergewicht sind zwei Faktoren, die Sie über die Fütterung aktiv beeinflussen können. Das Gewicht der Tiere halten Sie optimaler Weise über das gesamte Jahr durch regelmäßiges Wiegen im Blick. Zur Schauvorbereitung empfehlen wir Ihnen unser Mifuma Zucht und Schau. Dieses Spezialfutter eignet sich für alle Kaninchenrassen. Schwefelhaltige Aminosäuren und wertvolle Pflanzenöle sorgen für eine hervorragende Fellausbildung mit überzeugender Fellhaarqualität und einem wunderschönen Fellglanz. Bei der Umstellung des Futters raten wir, den Futterwechsel über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen langsam vorzunehmen, damit sich die Tiere an das Futter gewöhnen können.

Züchtertipp:

Achten Sie bitte unbedingt auf die richtige Dosierung: Mifuma Zucht + Schau ist hochenergetisch und sollte deshalb mit 30 – 35 g pro Kilogramm Körpergewicht eingesetzt werden. Überprüfen Sie auch immer wieder das Gewicht Ihrer Tiere.

Eine weitere Möglichkeit ist, Ihr Standard-Futter mit unserem Mifuma Linamix zu kombinieren. Auch dieses Ergänzungsfutter aus extrudierter Leinsaat sorgt für eine hervorragende Fellhaarqualität, denn es ist reich an Fetten und Ölen. Und es hilft übrigens auch im Fellwechsel. Leinsaat ist eine natürliche Quelle wertvoller Omega-3-Fettsäuren. Darüber hinaus stärkt der hohe Vitamin-E-Gehalt in Kombination mit organisch gebundenen Selen das Nervensystem und hilft dem Kaninchen in der Belastung durch die Ausstellungsphase. Linamix können Sie auch hervorragend nach der Rückkehr Ihrer Tiere von der Schau einsetzen, denn fressunlustige Tiere gehen besonders gerne an das Futter. Auch beim Linamix gilt: Halten Sie die empfohlene Futtermenge ein. Sie reichen Linamix zusätzlich zum normalen Futter mit 1-2 g pro Kilogramm Körpergewicht des Tieres.

Züchtertipp:

Rassen mit einem rotbraunen Fell unterstützen Sie mit unserem Mifuma Möhrenkorn oder den Karottenflocken das ganze Jahr ideal in der Farbentwicklung des Fells. Setzen Sie dieses ergänzend mit 1,5 g pro Kilogramm Körpergewicht des Tieres ein.

Die Zuchtzeit: Für eine problemlose Nachzucht sollten Sie einige Punkte berücksichtigen.

Ein erfolgreicher Deckakt beginnt bei der Zuchtkondition von Häsin und Rammler: Man sollte darauf achten, dass beide ihr Idealgewicht und nicht zu viel auf den Rippen haben. Wenn Ihre Kaninchen noch ein wenig abnehmen sollen, bietet sich eine rohfaserreiche Diätfütterung an. Mifuma Balance ist ein Futter, das sich hierzu hervorragend eignet, da es einen hohen Rohfaser- und Rohprotein-Anteil bei einem verhältnismäßig geringen Energiegehalt bietet. Sie setzen es mit 30-40 g pro Kilogramm Körpergewicht ein zu Heu und frischem Wasser ein.

Eine gesteigerte Zuchtkondition fördern Sie auch durch unsere Zucht Perle. Mit diesem Ergänzungsfuttermittel, das wir ursprünglich für die Wirtschaftskaninchenzucht entwickelt haben, erzielen Sie hitzige Häsinnen, eine verbesserte Spermienqualität und nachweislich größere Würfe. Dieses Ergänzungsfutter setzt man über zehn Tage mit 15 g pro Tier und Tag ein, am elften Tag werden die Häsin und Rammler zur Paarung zusammengesetzt. Die Zucht Perle können Sie dann noch einmal zwei Tage vor bis acht Tage nach dem errechneten Wurftermin der Häsin füttern, um ihre Milchleistung zu verbessern.

Der Häsin füttern Sie über die gesamte Zeit der Trächtigkeit mit unserem Zucht + Schau. Im letzten Drittel sollten Sie Zucht + Schau ad libitum, also zur freien Verfügung, stellen. Die enthaltenen Nährstoffe, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine entsprechen dem erhöhten Bedarf der trächtigen Tiere. Auch nach der Geburt der Jungkaninchen sollten Sie Zucht + Schau noch weiter füttern, denn das ausgewogene Verhältnis von Energie zu Eiweiß und die Aminosäuren aus wertvollem Leinextrudat begünstigen eine hohe Milchleistung und geben der Häsin die Energie, die sie dringend benötigt. Wenn die Häsin und die Jungtiere im gleichen Gehege sitzen, ist es am 17. Lebenstag an der Zeit, zu Mifuma EnteroCare zu wechseln, denn jetzt gehen die Jungen an den Napf der Mutter. Zusätzliche Energie können Sie der Althäsin nun über unser Linamix zur Verfügung stellen. Reichen Sie ihr dieses über einen kleinen Napf oder einen Teller. Die Althäsin stürzt sich förmlich auf das Linamix und frisst dieses innerhalb kürzester Zeit auf. Achten Sie bitte nur darauf, dass die Jungtiere weder an unser Zucht + Schau noch an Linamix kommen: Da das Futter für die Jungen einen zu hohen Nährwert und zu viele Fette und Öle bietet, eignet es sich hervorragend für das Hochleistungen erbringende Muttertier aber nicht für die kleinen Kaninchen.